VOM WATT ZUM WATZMANN

 

 

......... verteilt auf 7 Jahre. Dabei bin ich immer  Abschnitte zwischen 8 und 18 Tagen hinterei nander gewandert und fing mit jedem neuen Abschnitt genau dort wieder an, wo ich im vorigen aufgehört hatte.  

Noch 2007 sollte es von Westerland vorbei am Morsum-Kliff und über den Hindenburgdamm in Richtung Fest land gehen. Doch leider hatte die Deutsche Bahn etwas dagegen: Für eine Wanderung über den Hindenburg-

damm wurde mir mehrfach ein absolutes Betretungsverbot ausgesprochen. Daher musste ich mit der Bahn  zum Festland fahren, um die Wanderung fortzusetzen. Weiter ging es dann zunächst von der Nordseeküste in Rich- tung Schleswig, von dort an die Ostsee nach Kiel und über Lübeck und am

Ratzeburger See vorbei nach Schwerin. Meine Route führte über Plau am See durch die Mecklenburger Seenplatte nach Rheinsberg, der Partner- stadt meiner Heimatgemeinde Ascheberg in Westfalen. Über Neuruppin bin ich 2009 nach Berlin und dort durch das Brandenburger Tor und über den Potsdamer Platz bis nach Köpenik gelaufen. Einige Abschnitte in Berlin bin ich auch im Winter zur Zeit der Weihnachtsmärkte gewandert. Es folgten der Spreewald und südlich davon die Durchquerung des ehemaligen Braunkohlenreviers der DDR. Über die Burg Stolpen wanderte ich durch 

die Sächsische Schweiz, erkundete dort die Schrammsteine und die Festung Königstein.Weiter ging es 2011 durch das Erzgebirge über Marienberg entlang der tschechischen Grenze bis nach Aue und  weiter

zur Saale. Ich überquerte den Schneeberg im Fichtelgebirge und erreichte dann das schöne Bayreuth.

Immer weiter nach Süden führte meine Route dann in die Oberpfalz und in das Altmühltal. Vorbei am Donau durchbruch bei Kloster Weltenburg bin ich dann durch das Nördlinger Ries gewandert. Von dort folgte ich dem Höhen- wanderweg durch die Schwäbische Alb über Urach bis zur Burg Hohen-staufen. Im Jahre 2013 erreichte ich dann im Schwarzwald den Feldberg und das Wiesental. Meine Wanderung führte durch die Wutachschlucht    

und die Vulkanlandschaft des Hegau bis zum Bodensee nach Meersburg, wo einst Annette von Droste Hülshoff  ihre Gedichte verfaßte. Über die Zeppelinstadt Friedrichshafen führte der Weg nach Lindau.

Von dort wanderte ich Richtung Oberstdorf und dann in das Rappental bis zum südlichsten Punkt Deutschlands:

Am Grenzstein 147 war Deutschland von Nord nach Süd durchquert und bis hierhin war ich 138 Tage gelaufen und hatte 2.838 km zurückgelegt. Doch der Watzmann war mein Ziel und so wanderte ich weiter über Nessel-

wang nach Füssen und auf den Tegelberg. Es folgten die Wieskirche, Murnau, der Tegernsee und der Wendelstein.Vorbei am Chiemsee führten dann die letzten Etappen im Jahre 2014 über Ruhpolding und Inzell nach Bad Reichenhall, Berchtesgaden und Ramsau. Durch die Wimbachklamm ging es dann auf das Watzmannhaus, hier war die Wanderung „Vom Watt zum Watzmann“ nach 160 Tagesetappen und 3.230 km abgeschlossen.

 

Meine ständigen Begleiter waren Rucksack, Wanderstöcke und meine Kamerausrüstung, die aber nur das Nötigste umfasste, denn jedes Gramm zählte.Und ganz ohne Probleme liefen die 160 Tagesetappen natürlich  nicht ab: Ich konnte zwar häufiger markierten Wanderwegen folgen, aber viele Male musste ich auch einfach querfeldein wandern. Schilder wie „Privatgelände“, „Weg nicht passierbar“ oder „Gesperrt“ habe ich öfters gekonnt ignoriert. Auch Betretungsverbote oder ein „Fotografieren nicht erlaubt“ waren für mich eher Ansporn, doch irgendwie eine Sondererlaubnis zu bekommen. Ich hatte immer wieder mit Wind und Wetter zu kämpfen, auch tagelanger Regen und sogar Neuschnee im Juni im Schwarzwald haben mich aber nicht vom Wandern abgehalten. Auch Hochwasser hat mich mehrfach zu ungeplanten Umwegen gezwungen. LangeWander-   strecken und viele Höhenmeter stellten dann auch manchmal ganz besondere körperliche Herausforderungen für mich dar. Doch die Mühen haben sich für mich gelohnt: Es war eine Wanderung, die160 Tage lang  

immer wieder den Kopf freigemacht hat, die die Augen geöffnet hat für unsere so unterschiedlichen und wunderschönen Landschaften in Deutschland. Ich habe es genossen, einfach mal an einem See eine Pause zu machen, den ziehenden Wolken zuzusehen, und den Vögeln im Schilf zu lauschen. Auch in Deutschland ist es möglich, binnen kurzer Zeit in der Natur zu sein, sogar an ganz einsamen Stellen. Ich bin auch Wege ge-

gangen, die vor mir monatelang wohl niemand begangen hatte. Und neben den schönen Landschaften lag ja noch viel mehr Sehens- und Erlebens- wertes am Wegesrand meiner Route: Uralte Kulturdenkmäler und hochmo-  derne Bauwerke, reizvolle Schlösser und prachtvolle Kirchen, stille Klöster und quirlige Städte, kleine Museen und auch zünftige Gasthäuser. Viele schöne Erlebnisse rundeten immer wieder meine Tagesetappen ab. Auf all das, mehrere Tausend Fotos, verschlissene Wanderschuhe, und auch die ein oder andere Blase konnte ich zurückblicken, als ich schließlich nach 160 Tagesetappen und 3.230 km zu Fuß durch Deutschland das  Watzmannhaus erreicht hatte. Über dieses ungewöhnliche Fernwanderprojekt berichte ich in meiner gut zwei Stunden dauernden Multivisions Schau. Ich zeige mit fast 1.000 Bildern, die ich an vielen Stellen mit passender Musik hinterlegt habe, die Vielfalt Deutschlands entlang meiner Wanderstrecke. Alle Bilder werden von einem Beam im Full-HD-Format projierziert. Meine Bilder und Erlebnisse kommentiere ich live und stehe auch für Fragen gerne zur Verfügung.